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➤ Herstellung von Alchimika

Ingredienziensubstitution

Die vorliegende Regel ist eine Fokusregel der Stufe I für den Themenkomplex Herstellung.

Oft sind für das dringend benötigte Mittel nicht alle korrekten Zutaten vorhanden oder die Geldkatze reicht dafür einfach nicht aus. In diesen Fällen können Kundige einzelne Ingredienzien durch andere substituieren und trotzdem die gewünschte Wirkung erzielen. Die Schwierigkeit des Austausches richtet sich dabei nach der elementaren Sympathetik Aventuriens, aus der findige Alchimisten eine Alchimistische Äquivalenzlehre entwickelt haben, die in verschiedenen Reinheitsstufen der Zutaten und Wechselwirkungen zwischen den Elementen mündet.Dank dieser Kenntnisse können Alchimisten Kosten für teure Ingredienzien sparen oder sich durch die Zutatenqualität an herausfordernde Rezepturen wagen (siehe SF Alchimistische Äquivalenzlehre).

Alchimistische Substitutionen

Zum Austausch von Ingredienzien bietet die Substitutionstabelle praktische Hilfe. Sie liefert für die jeweiligen Elemente Beispiele für die unterschiedlichen Reinheitsstufen, aus denen passende (und unpassende) Substitute gewählt werden können.

  • Unbrauchbare Zutaten sind die schlechteste verwendbare Reinheitsstufe und jede solche Zutat modifiziert die Herstellung eines eigenen Rezepts um -3. Dabei gilt diese Reinheitsstufe für alle Zutaten der Elemente in der jeweiligen Zeile. Die folgenden Zeilen mit den Reinheitsstufen unrein bis perfekt funktionieren analog und modifizieren ebenfalls Brauproben für eigene Rezepte.
  • Die Zeile pervertiert listet dämonisch verdorbene Ingredienzien auf. Sie gelten als unbrauchbar, was die Reinheit angeht, modifizieren die Herstellung dementsprechend um -3 und bringen dazu ein chaotisches Element in das Erzeugnis.
  • Göttliche und magische Ingredienzien gelten als neutral zu anderen Elementen mit der Ausnahme, dass eine Kombination von göttlichen und pervertierten Zutaten immer zum Scheitern der Brauprobe führt.

Einige Zutaten kommen mehrfach in der Substitutionstabelle bei verschiedenen Elementen vor. In diesen Fällen kann sich die Reinheit unterscheiden, z. B. ist Glas für Eis unrein, da es lediglich durchsichtig wie Eis ist, für Erz jedoch rein, da es veredelter Quarzsand und fester als dieser ist.

Schritt 1: Anzahl der Substitutionen festlegen

Jede typische Zutat eines Rezepts, welche substituiert wird, erschwert die Brauprobe um -1.

Schritt 2: Modifikation durch Reinheitsstufe

Werden für die Substitution schlechtere, also unreinere, Zutaten verwendet, erschwert dies die Brauprobe um -1 pro Stufe, welche das Substitut schlechter ist als die ursprüngliche Zutat. Eine Substitution auf der gleichen Reinheitsebene, z. B. Lapislazuli gegen Tau von Kleeblättern, modifiziert die Probe nicht. Erfolgt ein Tausch gegen reinere Zutaten, wird die Probe pro Stufe der höheren Reinheit um +1 erleichtert. Ein Ersatz von Bimsstein (unrein) durch Greifenfedern (hochrein) erleichtert die Probe damit um +3. Der Einsatz von unbrauchbaren Ingredienzien ist nur mit der SF Begnadeter Thaumaturg möglich und dadurch entfallen alle Boni durch hochreine oder perfekte Zutaten.

Schritt 3: Modifikation durch verändertes Element

Die Substitution durch eine Ingredienz eines anderen Elements erschwert die Probe für affine (in der Grafik benachbarte) Elemente um -1, für neutrale um -2 und für Gegenelemente (gegenüberliegend) um -3.

Verhältnisse der Elementare zueinander
Element Affin Neutral Gegenelement
Feuer Luft, Humus Eis, Erz Wasser
Wasser Erz, Eis Humus, Luft Feuer
Humus Feuer, Erz Luft, Wasser Eis
Eis Wasser, Luft Erz, Feuer Humus
Luft Eis, Feuer Wasser, Humus Erz
Erz Humus, Wasser Feuer, Eis Luft

Schritt 4: Brauprobe

Die Brauprobe erfolgt wie gewohnt, wobei alle Erschwernisse und Erleichterungen aus Labor, Rohstoffen, Rezept und Substitution verrechnet und die Probe um das Ergebnis modifiziert wird.

Beispiel: Sarah will mit ihrer Alchimistin Leonore einen Heiltrank brauen. Leider hat sie kein Wirselkraut (Humus, rein), sondern ersetzt dieses durch ein Storchenei (Humus, rein). Dies bringt ihr eine Erschwernis von -1 für eine Substitution, durch das gleiche Element und die gleiche Reinheitsstufe kommen keine weiteren Modifikationen hinzu und Leonore braut erfolgreich einen Heiltrank.

Beispiel: Philipps Alchimist Yerwan ist mit seiner Gruppe in einem Wald überfallen worden und will aus dem, was er findet, einen Heiltrank brauen. Er hat kein Wirselkraut (Humus, rein) und ersetzt es durch Pilze (Humus, unbrauchbar). Hämatit (Humus, rein) substituiert er durch Kupfer (Feuer, rein). Dafür erhält er eine Erschwernis von -2 für zwei Substitutionen, -3 für die Differenz rein zu unbrauchbar und -2 für den Austausch durch ein neutrales Element. Bei insgesamt -7 braucht Philipp einen SchiP bevor Yerwan das rettende Heilmittel für seine Freunde in der Hand hält.

Substitute jenseits der Tabelle

Nicht immer sind alle der im Abenteuer gesammelten Zutaten in der Tabelle angegeben oder das verfügbare Substitut taucht nicht als Beispiel auf. In diesem Fall bietet die elementare Sympathetik eine Lösung. Was nicht in der Tabelle aufgeführt ist, wird analog der angegebenen Beispiele bei einem Element einsortiert. So wird z. B. Rosenwasser Luft zugeordnet, Orangenblütenwasser entsprechend auch.

Bei anderen Ingredienzien ist für die Zuordnung etwas Kreativität gefragt. Einen hilfreichen Anhaltspunkt für die Zuteilung kann die Farbe geben, so sind blaue Dinge oft eher wasser-affin. Auch die Struktur kann auf eine Elementzugehörigkeit verweisen, harte, spröde Ingredienzien passen eher zu Eis als zu Feuer.

Letztlich hat die Spielleiterin hier immer das letzte Wort, aber stimmige Ideen sollten auch bei der Substitution belohnt werden. Die elementare Sympathetik ist in Aventurien eine kontroverse Wissenschaft und es sind noch längst nicht alle Geheimnisse der Magie und Alchimie gelüftet.

Publikation(en):

Arkane Schmieden & Labore, Seite 128